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  Diese Seite entstand im Rahmen eines studentischen Projekts an der Köln International School of Design / sie ist imaginär, Texte des DLR wurden teils übernommen, teils hinzugefügt.
 
 

Verkehrsdesign

Das Verkehrsdesign erfolgt im Abgleich mit den zentralen Aussagen relevanter Studien in globaler sowie regionaler Perspektive. Sie orientiert sich an den von der deutschen Bundesregierung und der Europäischen Kommission formulierten Zielen der Verkehrsforschungs- und Verkehrspolitik. Ausgehend von Langfristzielen zur Entwicklung von Mobilität und Verkehr werden die Ziele der Programmperiode abgeleitet sowie das geplante Vorgehen zur Zielerreichung beschrieben.

   Die strategische Ausrichtung des Programms orientiert sich an als wahrscheinlich angesehenen Entwicklungen in Gesellschaft, Wirtschaft, Umwelt und Technologie in einem Zeitraum von rund 20 Jahren. Hierbei werden für den Zeitraum bis 2020 die folgenden Annahmen zugrundegelegt:

  • Physische Mobilität wird auch in Zukunft eine entscheidende Rolle für die soziokulturellen Netzwerke und die Entwicklung der Wirtschaft spielen. Das Mobilitätsbedürfnis steigt weiter an. In den Industrieländern werden überregionale und globale Arbeitsteilung, neue Dienstleistungen, der Einsatz neuer Kommunikations- und Informationsmedien sowie hohe Mobilitätsanteile an der Freizeitgestaltung zu einem weiteren Wachstum der individuellen Mobilitätsnachfrage führen. In den Entwicklungs- und Schwellenländern wird der motorisierte Straßenverkehr in Verbindung mit fortschreitender Industrialisierung deutlich zunehmen.
  • Der Güterverkehr nimmt weiterhin überproportional zu. Der Stückgutverkehr wird durch E-Commerce globalisiert. Durch flachere Produktionsstrukturen werden der Warenverkehr in Verkehrsleistung (tkm) und die Anzahl der Transporte weiter zunehmen. Das Bundesverkehrsministerium rechnet bis 2015 mit einem Wachstum um 64% gegenüber der Güterverkehrsleistung 1997 in Deutschland, während für den Personenverkehr im gleichen Zeitraum ein Wachstum um 20% erwartet wird.
  • Der Trend zu immer größeren Ballungsräumen mit weit über 10 Millionen Einwohnern und zur Verstädterung setzt sich fort. Das Weißbuch der Europäischen Kommission beruft sich auf Zahlen der UN von 2001, nach denen  der Anteil der in Städten lebenden Weltbevölkerung von 30% in 1950 auf 50% in 2005 anwachsen wird. Konsequenter Weise wird im 6. Forschungs-Rahmenprogramm der Europäischen Kommission der Stadtverkehr als ein wichtiges Forschungsfeld besonders hervorgehoben.
  • Mit zunehmendem Verkehr und sich wandelnden Mobilitätsbedürfnissen werden die Verkehrsabläufe komplexer und erfordern eine immer enger vernetzte Information und Kommunikation zwischen Benutzern, Anbietern von Verkehrsdiensten, Fahrzeugen und Verkehrsinfrastruktur. Die "Fremdbestimmung" von Transport- bzw. Mobilitätsvorgängen nimmt zu und begünstigt die Entwicklung neuer Fahrzeug- und Transportkonzepte.
  • Die durchschnittliche Lebenserwartung der Bevölkerung in den Industrieländern steigt weiter an, auf 80 Jahre und mehr. Auch das Mobilitätsverhalten älterer Menschen wandelt sich weiter, so dass ihr Anteil am Personenverkehr deutlich wächst. Das World Business Council for Sustainable Development sieht in der Gewährleistung von Mobilitätsangeboten für ältere Menschen eine der besonderen Herausforderungen der Zukunft.
  • Die Kosten für Mobilität werden, u.a. wegen zunehmender Komplexität des Systems, steigen. Dennoch muss auch für sozial schwächere Bevölkerungsschichten das "Grundrecht auf Mobilität" in angemessener Form bei der Gestaltung zukünftiger Transport- und Verkehrssysteme als Querschnittsaspekt berücksichtigt werden.
  • Der fahrzeugbezogene Energieverbrauch sinkt weiter, so dass im Personenstrassenverkehr Deutschlands von einer zunehmenden Entkopplung von (wachsender) Verkehrsnachfrage und Kraftstoffverbrauch auszugehen ist. Die fahrzeugspezifischen Reduktionsmöglichkeiten bleiben jedoch beträchtlich. Greift die Selbstverpflichtung der deutschen Automobilindustrie, bis zum Jahr 2008 den durchschnittlichen Normverbrauch aller neuen Pkw um 25% gegenüber dem Stand von 1990 zu reduzieren, so wäre auch bei wachsender Fahrleistung mit einem nur noch schwachen Anstieg, möglicherweise sogar mit einem leichten Rückgang des Kraftstoffverbrauchs und damit auch der CO2-Emissionen zu rechnen. Dennoch wird auch diese erfreuliche Tendenz nicht ausreichen, um den in Deutschland vom Sektor Verkehr insgesamt zu erbringenden Beitrag einer deutlichen Reduktion von CO2-Emissionen zu leisten, zumal im Güterverkehr vorerst ähnliche Tendenzen nicht zu erwarten sind. Global wird die CO2-Emission des Verkehrs sogar weiterhin zunehmen.
  • Beim Einfluß auf die Luftqualität werden im Verkehr bis 2020 weitere bedeutende Verbesserungen erzielt. Dies betrifft die Stickoxide ebenso wie Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe und Benzol. Auch bei den Dieselpartikeln ist von einem weiteren deutlichen Rückgang auszugehen, allerdings bleiben Fragen der Emission, der Verbreitung und der gesundheitlichen Wirkungen von Partikeln, insbesondere von Feinstäuben, auf der Agenda der umwelt- und gesundheitspolitischen Debatte.
  • Auf Verkehrslärm reagiert die Bevölkerung mit zunehmender Sensibilität und abnehmender Toleranz. Auch hier sind in den letzten Jahrzehnten zwar große technische Fortschritte in der Entwicklung von Fahrzeugen und Infrastruktureinrichtungen erreicht worden, die zu einer erheblichen Reduktion der Lärmemission der einzelnen Fahrzeuge geführt haben. Angesichts des wachsenden Verkehrs werden jedoch weiterhin große Anstrengungen erforderlich sein, damit Mobilität und Verkehr nicht aufgrund ihrer Lärmemissionen eingeschränkt werden müssen.
  • Die Zahl der tödlichen Unfälle im Straßenverkehr, in Deutschland sowie in der EU, sank in den letzten 30 Jahren kontinuierlich, die der Unfälle mit Personenschäden blieb im gleichen Zeitraum konstant, trotz einer Verdreifachung des Fahrzeugbestandes. Diese Tendenz ist vor allem auf die Einführung und Optimierung von Sicherheitseinrichtungen in Fahrzeugen zurückzuführen, die zum Zeitpunkt des Unfalls wirken und die Unfallfolgen mindern. Die absoluten Werte in den Unfallstatistiken, d.h. über 40.000 Verkehrstote und mehr als 1,2 Millionen Verletzte pro Jahr in der EU, zeigt jedoch klar, dass auch in Zukunft ein hoher gesellschaftlicher Bedarf an zusätzlichen Wegen der Unfallbekämpfung herrschen wird.

Langfristziele

   Vor dem Hintergrund dieser Annahmen werden folgende Ziele der langfristigen Verkehrsentwicklung abgeleitet, zu deren Erreichung das Programm Verkehr seine Beiträge leisten will:

Sicherung der Mobilität

   Unter dem Druck wachsender Verkehrsanforderungen und "belastungen wird das "Grundrecht auf Mobilität" in neuem und schärferem Licht erscheinen. Eine den Freiheitsrechten der Menschen " unabhängig vom Alter und sozialen Randbedingungen " adäquates Maß an Mobilität wird sowohl durch entsprechende technische, wie auch durch kosten- und gesellschaftsorientierte Entwicklungen sicher gestellt werden müssen. Eng verbunden hiermit ist die Frage nach den Qualitäten öffentlicher Personenverkehrsangebote und deren Schnittstellen zum Individualverkehr. Mit noch genauer auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Menschen, als Nutzer des Verkehrssystems, zugeschnittenen Angebote soll die Entwicklung der Mobilität ökonomisch, ökologisch und sozial beherrschbar bleiben.

Mehr Effizienz im Gütertransport

   Ein weiterhin über die nächsten Jahre überproportional wachsender Güterverkehr wird die Straßenverkehrsinfrastruktur bis an die Grenze des Leistbaren belasten. Ziel ist es daher, durch Effizienzsteigerung einerseits und kritische Analyse der Gütertransportstrukturen andererseits und unter Einbeziehung möglicher ordnungspolitischer, organisatorischer und technischer Mittel das Wachstum des Güterverkehrs so zu beeinflussen, dass die Infrastrukturkapazitäten gesichert werden, die erforderlich sind, um die notwendigen Gütertransportleistungen reibungslos und zuverlässig erbringen zu können.

Weniger CO2 und Partikel

   Zur Erhaltung der Umweltverträglichkeit des Verkehrs im Sinne des Kyoto-Protokolls müssen alle am Verkehr Beteiligten weiterhin große Anstrengungen unternehmen, um die CO2-Produktion aller Mobilitäts- und Verkehrsleistungen deutlich zu senken. Ergänzend zur prognostizierten Reduktion der Partikel-Emissionen sollen die Verbreitungs- und Wirkungsanalyse hierzu voran gebracht sowie weitergehende Reduktionsstrategien erarbeitet werden.

Reduktion des Lärms

   Um bei wachsendem Verkehr, steigender Sensibilität und abnehmender Toleranz der Bevölkerung gegenüber Verkehrslärm einer Verkehrsbeschränkung aus Lärmgründen entgegenzuwirken, wird eine deutliche Reduktion des Lärmpegels (an der Quelle) für notwendig gehalten.

Mehr Sicherheit

   Trotz zunehmendem Verkehr, steigender Komplexität der Verkehrsabläufe und wachsendem Anteil älterer Verkehrsteilnehmer muss die Zahl der Unfälle und insbesondere der Verkehrstoten deutlich reduziert werden. Die Europäische Kommission hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Verkehrstoten zwischen 2000 und 2010 zu halbieren. Harmonisierung der Sanktionen und Förderung neuer Technologien sind die geplanten Mittel. Gegebenenfalls will sie zur Erreichung dieses Zieles auch gesetzgeberische Maßnahmen vorschlagen (Weißbuch 2001).